Frauenkafi - "Träume" - Botschaften aus dem Unbewussten

Mittwoch, 17.1.2018

Referent: Daniel Kyburz-Erne, Gemeindeleiter Döttingen

 

 

(sw) Daniel Kyburz –Erne hat sich vor etlichen Jahren mit dieser komplexen Thematik intensiv auseinanderzusetzen begonnen. In seinem mit viel Herzblut verfassten Referat durften 24 Anwesende viel Interessantes aus dem reichen persönlichen Erfahrungs- und Wissensschatz hören.

 

Träume sind der Königsweg zum Unbewussten, sie übermitteln uns eine Botschaft, deren Entschlüsselung zwar eine herausfordernde Aufgabe ist, aber zu einer Selbsterkenntnis führt.

Jeder Mensch träumt – auch wenn er sich am Morgen danach nicht mehr daran erinnern kann! Jede/r träumt anders, da der Trauminhalt sehr stark von der eigenen Lebenssituation abhängt.

 

Kompensatorische Träume gleichen persönliche Charaktereigenschaften aus und weisen auf eine innerseelische Entwicklung hin. Folgendes Traumbeispiel soll dies verdeutlichen:

Eine eingebildete, starrköpfige Frau klingelt an der Haustüre einer Bekannten. Die Gastgeberin begrüsst sie freundlich, schätzt ihre Anwesenheit und sagt, dass sie von den anderen Kolleginnen bereits erwartet werde. Daraufhin öffnet die Gastgeberin die Wohnzimmertüre und dahinter verbirgt sich nicht etwa die genannte Frauenschar sondern eine Kuhherde.

 

Archetypische Träume kommen bei Menschen mit einer besonderen Begabung vor und enthalten eine Botschaft, die für eine grössere Menschengruppe von enormer Bedeutung ist.

Das Volk der Inuit (Eskimo) sah sich mitten im tiefsten Winter einer bedrohlichen Hungersnot ausgesetzt. Der Medizinmann träumte, dass man – obwohl der Weg beschwerlich und gefährlich sei – weiter nach Norden ziehen müsse, denn dort gäbe es Seehunde, die die Nahrungsmittelknappheit lindern könnten. Nur ein Teil des Volkes zog los und musste nach der Rückkehr im Frühling feststellen, dass die vor Ort Gebliebenen verhungert und gestorben waren.

 

Zum Träumen gehört auch der Schatten, den der Referent durch folgende Anre-gung zu erläutern versuchte:

Er bat die Anwesenden, sich eine Frau vorzustellen, die einen nervt oder die man beneidet. Sie ist der jeweilige Schatten, auf den man aufmerksam sein sollte. Es lohnt sich, den Versuch zu machen, dahinter etwas Positives zu sehen. Vielleicht hat die Schattenfrau eine Begabung, die einem fehlt, die man aber auch gerne sein eigen nennen würde. Insofern lautet die Botschaft des Traumes, sich selber zu verändern und an sich zu arbeiten. Der Schatten kann auf eine verborgene Fähigkeit hindeuten, die es zu wecken gilt.

 

Animus und Anima stehen für die männliche Seite in der Frau beziehungsweise die weibliche Seite im Mann.

Animus- und Anima- Träume beginnen in der zweiten Lebenshälfte und führen dazu, dass Männer eine emotionale Seite zu entwickeln beginnen während Frauen vermehrt ihre geistige Entwicklung ins Blickfeld rücken.

Träume sind schwierig zu verstehen. Sie beeinflussen uns aber so oder so. Um deren Ursachen herauszufinden gilt es, dem Unbewussten gegenüber offen sein. „Wer Ohren hat, der höre“ ist wohl eine zutreffende Weisheit.

 

Die Deutung der Träume kann im Alltag zum Beispiel mit deren Niederschrift oder mittels Malen beginnen. Vorgekommene Symbole anhand eines Sachbuches zu erklären, muss mit Vorsicht bedacht sein.

 

Träume wollen, dass wir uns verändern. Es lohnt sich, auf sie zu hören und der inneren Stimme zu vertrauen. Die Angst vor dem Unbekannten soll uns dabei nicht zurückhalten.

 

Nach dem eindrücklichen Referat, wofür sich der Frauenbund ganz herzlich bei Daniel Kyburz-Erne bedanken möchte, blieb noch etwas Zeit, dem Referenten persönliche Fragen zu stellen. Bei Kaffee, Kuchen und Dessert wurde angeregt über das Gehörte gesprochen, ehe sich die Teilnehmenden mit einem kleinen „Traumgewürz-Gschänkli“ auf den Heimweg machten.