Jüdische Frauen und Doppeltür

25.04.2018

Synagoge – Ort der Begegnung

Käthi Frenkel-Bloch hat es vortrefflich verstanden, die 24 Frauen und einen Mann, mit ihrem grossen Wissen und ihrer Ausstrahlung in den Bann zu ziehen.

Mit einer Kurzfassung zur Geschichte der Juden in der Schweiz und weltweit hat sie ihre Erzählungen begonnen. Die Synagoge in Lengnau wurde 1847 erbaut und steht heute unter kantonalem Denkmalschutz.

Synagoge kommt aus dem Griechischen und bedeutet „Ort der Begegnung“. Ein jüdischer Gottestdienst dauert gute zwei bis drei Stunden und dabei sei es ganz normal, dass man sich auch über das Wohlbefinden der anderen Kirchgänger austausche.

Einblicke ins alltägliche Familienleben hat uns Käthi Frenkel teilweise mit grossem Schalk gewährt und auch Informationen zur unterschiedlichen Kleiderwahl der Frauen gegeben. Interessant waren auch ihre Ausführungen, wer im Hause was zu entscheiden hat bzw. wer Herr im Hause ist…

Eine grosse Herausforderung für die jüdischen Frauen ist sicher die Zusammenstellung und Zubereitung koscheren Essens speziell für einen Feiertag. Unglaublich viel gibt es zu beachten und vor allem vorzubereiten, denn an einem Sabbat oder Feiertag darf nicht gearbeitet werden.
Dass das Einkaufen für uns Christen etwas einfacher ist, schätzen wir grad umso mehr.

Der Sinn der Doppeltüren interessierte natürlich auch. Da offiziell Juden und Christen nicht unter dem gleichen Dach wohnen dürfen, wurden Zweifamilienhäuser mit zwei Eingangstüren gebaut. Ein Stockwerk wurde von den einen, das andere Stockwerk von den anderen Gläubigen bewohnt.
Für detaillierte Informationen zu diesem Thema hat die Referentin auf das Projekt Doppeltür verwiesen.

Ein grosses, persönliches Hobby hat uns Käthi Frenkel zum Schluss noch verraten. Einmal wöchentlich trifft sie sich mit Kolleginnen in Zürich zum ehrenamtlichen Nähen von „Totengwändli“. Edle Stoffe werden dabei fast ausschliesslich von Hand zu wunderschönen Kleidungsstücken für die „letzte Ruhestätte“ angefertigt. Heiter gehe es dabei meistens zu und her und ein feiner Kaffee fehle nie.

Selber einen Kaffee genossen haben die Teilnehmenden nach den spannenden Ausführungen von Käthi Frenkel-Bloch im Restaurant Krone. Man war sich einig, man hätte Frau Frenkel, mit ihrer erfrischend natürlichen Art und ihrem feinen Humor noch lange zuhören können!

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