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Kaiserstuhler Städtliführung: Schon einmal im kleinsten Städtchen der Schweiz gewesen?
Donnerstag, 17. September 2026
Döttingen(sw)- Nein? Dann wird`s höchste Zeit. Diesem Aufruf des Frauenbundes Döttingen folgten vergangene Woche diverse Interessierte.
Schlichtweg beeindruckend und mit spürbarer Begeisterung für diese kleine Perle am Rhein verstand es Claudia Meierhofer, den Anwesenden ihr grosses Wissen mit ab und an etwas Schalk gespickt näher zu bringen.
Das unter Denkmalschutz stehende Städtchen ist äusserst kompakt gebaut und weist die Form eines Dreiecks auf. An seiner Spitze steht das heutige Wahrzeichen: Der imposante obere Turm, in dessen Innern die 124 Tritte im Nu bewältigt waren. Zuoberst konnte nicht nur eine wunderbare Aussicht in alle Himmelsrichtungen genossen, sondern auch vieles zur Entstehung des Städtchens und seiner Geschichte erfahren werden.
Kaiserstuhl ist in vielem ein bisschen anders: Liberaler bei Abstimmungsresultaten, zum Aargau gehörend aber sich klar nach dem Nachbarkanton Zürich orientierend, bewohnt von Künstlern und Künstlerinnen sowie einer kulturbegeisterten Bevölkerung aus den verschiedensten Nationen. Schmucke Häuser bilden die Stadtmauer, das saubere Wasser stammt aus der EU, der Ortsbürgerwald liegt verstreut in zwei Kantonen und dank Napoleon sogar ennet der Grenze.
Was es mit dem Begriff «steinreich», dem Satz «der Laden ist offen» oder dem «Spittel» auf sich hat, wurde den Anwesenden während dem Rundgang durch die schönen, gepflegten Gassen gezeigt und erklärt. Letzterer war nicht etwa ein Spital, sondern stand und steht für Hospitality (Gastfreundschaft).
In der kath. Kirche wurde unter anderem die vom Kaiserstuhler Bildhauer Franz Ludwig Wind geschnitzte Kanzel bestaunt. Und auch ein kurzer Blick zum süssen Winkel, der nichts mit dem Bäckereigewerbe zu tun hatte, sondern das Rotlichtmilieu markierte, durfte nicht fehlen. Via Pfarrgässli gings weiter zur Rheingasse, wo sich die Ost-Westachse des Städtchens gut erkennen lässt.
Der letzte Abstecher galt dem ehemaligen Lagerhaus und der heutigen Kaiserbühne, wo demnächst ein Stück über all das, was im Leben wirklich zählt, zur schweizerischen Erstaufführung gelangt.
Kaiserstuhl mag klein sein, sein interessanter Werdegang und sein Charme haben alle beeindruckt und hinterlassen bleibende Erinnerungen an einen kurzweiligen, amüsanten Rundgang bei schönstem Spätsommerwetter.
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